Abifeier 2026
Wieder einmal musste sich das Ludwig-Marum-Gymnasium von einem Abschlussjahrgang verabschieden: AbiturientInnen, Eltern, Familie, Freunde und Lehrkräfte fanden sich am Dienstag, den 07.07.26, in der stilvoll hergerichteten Kulturhalle Remchingen ein, um gemeinsam auf die Schulzeit der AbsolventInnen zurückzublicken und das bestandene Abitur gebührend zu feiern.
Helina Tekin und Johanna Ruppender führten charmant durchs Programm, während die SchülerInnen des Leistungskurses Musik ein letztes Mal ihr Können unter Beweis stellten und den Gästen mit Stücken wie „Bohemian Rhapsody“ einen unvergesslichen Abend bescherten.
Schulleiterin Elke Engelmann begrüßte die Anwesenden herzlich und stellte in ihrer Rede die Zeit in den Mittelpunkt der Betrachtung: 2556 Tage seien seit der Einschulung an der weiterführenden Schule vergangen, so die Mathematikerin. Hinter jedem einzelnen Tag steckten Erinnerungen an freudige Ereignisse oder herausfordernde Momente. Sicher seien manche Unterrichtsstunden wie im Flug vergangen, wohingegen sich andere unendlich lange angefühlt hätten. Mit den Worten Senecas, „es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen“, forderte die Schulleiterin die AbiturientInnen dazu auf, etwas Sinnvolles mit der Zeit anzufangen, und schränkte gleichzeitig ein, dass darunter kein Effizienzwahn zu verstehen sei. „Heute ist die Zeit, stolz zu sein, dankbar zurückzublicken und neugierig nach vorne zu schauen“, konstatierte Engelmann.
Nach der Rede der Schulleiterin, die mit guten Wünschen für die AbiturientInnen endete, kam der Moment, auf den alle sehnsüchtig gewartet und auf welchen die SchülerInnen die meiste Zeit ihres bisherigen Lebens hingearbeitet hatten: Die Zeugnisübergabe. Hierfür kamen die AbiturientInnen grüppchenweise zu selbst ausgewählter Musik auf die Bühne, wo Elke Engelmann jedem und jeder das ersehnte Abschlusszeugnis überreichte.
Anschließend läutete Nicola Bodner, Pfinztals Bürgermeisterin, die Preisvergabe ein und überreichte Daniel Stephansen den Pfinztalpreis für das beste Abitur. Bezugnehmend auf das Motto des Abschlussjahrgangs, „ChatABI T“, sprach sich die Bürgermeisterin für eine reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz aus und bekräftigte, dass es im Leben auf Persönlichkeit und Gemeinschaft ankomme. Insgesamt vierzehn AbiturientInnen dürfen sich über Online-Stipendien von e-fellows freuen. Die Empfehlung für die Studienstiftung des Deutschen Volkes erhielt Annika Balz, die zudem die Preise „Pro Politik“, den Preis der Deutschen Gesellschaft für Philosophie sowie den schulischen Sozialpreis für ihr langjähriges Engagement für die Schulgemeinschaft erhielt. Der Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ging an Felix Nagler, Daniel Sattler, Philipp Schmehl, Daniel Stephansen und Michael Beck. Letzterer wurde zudem mit dem Preis der Mathematiker Vereinigung ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er zusammen mit Daniel Sattler und Christian Sulzmann den Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Des Weiteren gingen schulinterne Fachpreise an Christian Sulzmann und Daniel Stephansen für ihre Leistungen in Englisch, an Daniel Sattler für seine Leistungen im Fach Mathematik sowie an Francis van Ross in Musik.
Mit ihrer herausragenden Abiturrede bewies Inga Schwab, dass sie sich die Auszeichnung als Beste im Deutschabitur wahrlich verdient hat. Gemeinsam mit den Anwesenden begab sie sich auf einen allegorischen Bibliotheksrundgang durch die Schulzeit: Jeder Schüler sei Autor seines eigenen Buches, die Kapitel darin entsprächen verschiedenen Lebensabschnitten, der Fachunterricht mancher Lehrkräfte würde Sachbüchern gleichkommen, wohingegen andere eher Rätselhefte für die Schülerschaft bereithielten. Immer wieder griff die Rednerin zu den auf einem Rollwagen neben dem Rednerpult bereitgelegten Büchern, etwa um Hermann Hesses „Stufen“ zu rezitieren: „Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe/ Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,/ Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern/ In andre, neue Bindungen zu geben./ Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,/Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Inga Schwab schloss mit dem an ihre MitschülerInnen gerichteten Wunsch, jede einzelne Geschichte möge ihr Happy End finden – und die jungen Erwachsenen den nötigen Mut haben, auch mal ein Buch ins Regal zurückzustellen, um ein neues aufzuschlagen.
Diese brillante Rede voller Bilder, Emotionen und sprachlicher Raffinesse wird noch lange in Erinnerung bleiben, ebenso wie der denkwürdige Abend am Ende eines wichtigen Kapitels, das die Schulzeit beschließt und die Weichen für den Fortgang der Handlung stellt.
Sylvia Silvery